Eckdaten kirchlichen Lebens 2020 aus dem Bistum Augsburg

Katholiken noch immer in der Mehrheit

Augsburg, 14.07.2021 (pba). Noch immer ist die Mehrheit der auf dem Gebiet der Diözese Augsburg lebenden Menschen katholisch. Dies geht aus den Eckdaten kirchlichen Lebens des Jahres 2020 hervor, die an diesem Mittwoch von den 27 Bistümern und Erzbistümern in Deutschland sowie von der Militärseelsorge veröffentlicht wurden. Von den 2.451.613 auf dem Boden des Bistums lebenden Menschen sind 1.246.736 und damit 50,9 Prozent Katholiken. Allerdings ist dieser Wert gegenüber 2019 um einen Prozentpunkt gesunken.

 

Im Detail haben die Zahlen aufgrund der Corona-Pandemie für 2020 weniger Aussagekraft, da die Kirchenmitglieder im vergangenen Jahr Ereignisse wie Taufen oder Hochzeiten in großer Zahl verschoben hatten. So haben 2020 das Sakrament der Taufe im Bistum Augsburg nur 7.631 Menschen empfangen (2019: 10.487), auch die Zahl der Erstkommunionen (9.666 gegenüber 10.692 im Jahr 2019) und der Firmungen (5.552 gegenüber 9.061) ging zurück. Den größten prozentualen Rückgang gab es bei Trauungen: Den kirchlichen Bund der Ehe schlossen nur 808 Paare – 2019 hatte es noch 2.708 Trauungen gegeben.

 

Die Zahl der Kirchenaustritte ist von 15.532 im Jahr 2019 auf 13.042 zurückgegangen. In die katholische Kirche eingetreten sind im Bistum Augsburg 54 Personen (2019: 396). Es gab 13.733 Bestattungen (2019: 13.744). Den sonntäglichen Gottesdienst besuchten, vermutlich auch wegen der Corona-bedingten Einschränkungen, wöchentlich 103.582 Menschen (2019: 148.826).

 

Im Jahr 2020 gab es 1.145 (2019: 1.161) hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pastoral. Konkret waren dies 569 Welt- und Ordenspriester (2019: 581), 46 ständige Diakone im Hauptberuf (2019: 43) und 69 mit Zivilberuf (2019: 75), 191 Pastoralreferent/-innen (2019: 184), 225 Gemeindereferent/-innen (2019: 232) und 45 Pfarrhelfer/-innen (2019: 46). Zudem gab es 367 (2019: 394) Religionslehrerinnen und Religionslehrer im Kirchendienst.

 

Bischof Dr. Bertram Meier sieht diese statistischen Daten differenziert: „Es ist eindeutig, dass diese Zahlen ein Seismograph für die Corona-Zeit sind. Vieles konnte im vergangenen Jahr nicht stattfinden. Vor diesem Hintergrund finde ich es bemerkenswert, dass immer noch mehr als 100.000 Menschen jeden Sonntag in die Kirche gegangen sind. Die vielen zusätzlichen Angebote, die wahrgenommen wurden, die vielen Livestreams und die zahlreichen Hausgottesdienste, die gefeiert wurden, sind in dieser Zahl ja gar nicht erfasst.“

 

Bemerkenswert, so der Bischof, seien auch die gesunkenen Kirchenaustrittszahlen: „Vielleicht haben viele Menschen in diesem Corona-Jahr, in dem man sich so oft isolieren musste, doch auch gemerkt, wie sehr die Gemeinschaft im Glauben stärkt – und auch, dass die Kirche für sie in diesen Krisenzeiten da gewesen ist.“

 

Der grundsätzliche Trend zu sinkenden Katholikenzahlen sei damit natürlich nicht gestoppt. Aber, so die Hoffnung von Bischof Bertram: „Die katholische Kirche ist 2.000 Jahre alt. Aber gleichzeitig können wir versuchen, wieder als Start-Up wahrgenommen zu werden -  als Angebot für einen Neubeginn nach der Pandemie. Viele Menschen haben gerade in den letzten eineinhalb Jahren verstärkt nach dem Sinn des Lebens gefragt – die Kirche kann dazu ein Angebot machen.“

 

Weitere Informationen zur den Eckdaten gibt es im Internet auf den Seiten der Deutschen Bischofskonferenz.

16.07.2021
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